Das was sich gerade in der 3.Liga abspielt kann man schon als sonderbar und merkwürdig bezeichnen. Weder Fisch noch Fleisch, beide Ufer in Sicht für viele Mannschaften, kaum Bewegung in beide Richtungen und allgemeines "Weder noch"-Gefühl. Der Tabellenletzte gewinnt beim Dritten, die Verfolger verlieren den Windschatten, die Kellerkinder gewinnen und andere Mannschaften hangeln sich durch Unentschieden von Punkt zu Punkt.

Dazu gehört auch Hansa. Die vom Trainer mehrfach verdeutlichte, fehlende Qualität des Kaders ist streitbar aber auch nicht gänzlich von der Hand zu weisen. Die Frage nach der Motivation ist jedoch nicht zu stellen, denn mindestens dafür ist es professioneller Sport und geringstens dafür gibt es auch beim FC Hansa Lohnzettel. Auch ein blindes Huhn kann ich dazu bringen nach einem Korn zu suchen. Wobei dieser Vergleich wahrscheinlich, ähnlich wie das Huhn selbst, hinkt. Hansa hat gute Ansätze, welche sich zum einen aus der Situativität des Fußballsport selbst ergeben und zum anderen durch individuelle Aktionen hervorgerufen werden, siehe Soufian gegen Köln. Der Ertrag ist in der Summe dann jedoch mehr als mager. Es scheint schier unmöglich den Ruf der grauen Maus loszuwerden, zu wenig mitreißend ist das Spiel, zu ernüchternd der Spielverlauf und auch zu gering die Punkteausbeute. Dazu genug Nebengeräusche und Entscheidungen mit mageren Begründung damit die Stifte der schreibenden Zunft ja nicht ad acta gelegt werden. Muss ja doch immer irgendwie etwas passieren, wenn schon nicht sportlich. Im Großen und Ganzen betrachtet entwickelt sich die Mannschaft eher zurück, weg von der Leistungsgrenze die es bedarf, die aktuelle Situation zu verändern und bessere Zeiten einzuleiten. Um aus diesem Rudel an Mannschaften herauszutreten, sich zu unterscheiden, wieder besonders zu sein neben den Aspachs und Bremenzweis dieser Welt. Vielleicht braucht es dazu wieder diesen gewissen besonderen Moment.

Der steht vor der Tür. Montag Abend. Zwickau. Das Team der Rückrunde (wer hätte das gedacht). Beispielhaft für eine Mannschaft, welche aus geringen bis gar keinen Mitteln eine Stimmung erzeugt sich gegen allen und jeden zur Wehr zu setzen und den Klassenerhalt zu erzwingen. Da ist ein klares Ziel vor Augen und mit den Ergebnissen kommt dann sogar ein Funke Leichtigkeit hinzu. Sinnbildlich dafür das Tor von Koch in Erfurt. Einfach mal drauf, einfach mal Risiko. Das ist das Rezept. Wer nicht wagt...

Die Entscheidung zu dieser Ansetzung wurde nun ausgiebig diskutiert und auch die finsteren Mächte dahinter ausreichend beleuchtet. Fakt ist: verschrecken lässt sich die Fanszene Rostock dadurch nicht. Sollte das das Ziel gewesen sein dann ist das Vorhaben gescheitert. Wahrscheinlich hat man in den Gremien vergessen dass sich selbst ob der sportlichen Situation ein Hansafan die "Jetzt erst recht"-Mentalität niemals austreiben lassen wird. Das ist Hansa. Auch wenn sich der Fan nichts anderes wünscht, als dass aus der grauen Maus FCH wieder ein Wolf wird, welcher seinen Jagdinstinkt wiederentdeckt. Gelegenheiten dazu gab es zuhauf, verloren wurde genug. Einen größeren Prüfstein als den FSV kann es momentan nicht geben. Es wird Zeit, dass die Mannschaft zeigt was in ihr steckt. Es dauert lange bis aus einem JETZT ERST RECHT ein NICHT MIT UNS wird. Der Fußballverband wird das nicht schaffen. Die Mannschaft schon. In guten wie in schlechten Zeiten. Und es wird Zeit, dass ihr das wieder bewusst wird. Ob man eine graue Maus oder grauer Wolf sein möchte entscheidet schließlich jeder selbst.

Forza FCH.

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