Ehrlich gesagt klingt VfR Aalen nicht sehr attraktiv, klang es noch nie. Europapokalnächte, dramatische Auf- oder Abstiege, beeindruckende Fanszene, ehemalige Weltfußballer, beste Bratwurst. All das bringt man mit dem VfR nicht sofort in Verbindung. Muss aber auch nicht. Denn unter der Oberfläche wird dort meines Erachtens gute Arbeit geleistet. Man versucht sich dort in den letzten Jahren solide im Dreieck zwischen den großen Fußballstädten Stuttgart, Nürnberg und München im Profifußball zu halten. Aktuell liegt man mit Trainer „Uns Peter“ Vollmann ebenso wie wir im breiten wie engen Mittelfeld der Schweineliga.

Ich freue mich immer wenn ehemalige Hanseaten „zurück“ ins Ostseestadion kommen, auch wenn man in den letzten Jahren den Überblick verlieren konnte und gefühlt jede Truppe mit einer Handvoll Ehemaligen anreist. Aber Peter Vollmann ist schon etwas Besonderes, unweigerlich denkt ein jeder – und sicherlich auch er selbst – an unsere famose Aufstiegssaison mit ihm und seinen Kämpfern. Aber lange ist’s her, bei zu vielen Sehnsüchten und Vergangenheitsträumereien wird der gegenwärtige Zeit nur verklärt.

Wir haben gefälligst Punkte zu holen, um die Saison ins ruhige Fahrwasser zu führen. Meinetwegen kann man gerne den knappen Abstand zu den Aufstiegsrängen an den Kühlschrank hängen und bewundern. Man darf, nein muss dann aber bitte auch die knappe Distanz nach unten markieren.

Statistisch kann man auch ein bisschen zusammentragen. Vier unserer Jungs gehen morgen mit jeweils ebenso vielen Gelben Karten ins Spiel, welches von Schiri Willenborg geleitet wird. Der mittlerweile Erstliga-Schiedsrichter leitete uns diese Saison einmal, und zwar beim Pokalaus gegen die Fortunen aus Düsseldorf. Die Bilanz gegen Aalen sieht positiv aus: 2 Siege (beide zu Hause), 3 unentschieden (alle auswärts), keine Niederlage.

Kadertechnisch gibt es bei uns kaum Veränderungen. Der eine oder andere steht nicht zur Verfügung, der Rest stellt sich zwar nicht von selbst auf, aber ob jetzt A oder B auf diese oder jene Position spielt ist zweitrangig, gegen die mit Sicherheit aufopferungsvoll kämpfenden Württemberger muss auf der brandschen Kabinentafel das spielerische Element neben kratzen, beißen, grätschen stehen. Das hat uns im letzten Heimspiel gut zu Gesicht gestanden.

Gegen die, natürlich, Untentschieden-Könige der Liga (und zudem mit den zweitwenigsten Niederlagen!) gibt es gerüchteweise wohl offene Tageskassen, das heißt bei frühlingshaften und strahlenden 13°C sind die erhofften 10.000 Zuschauer möglich.

HANSA

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