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Nach dem erlösenden Sieg gegen die Zebras sind es nun etwas kleinere Tiere, mit denen wir uns auf dem Weg zum Klassenerhalt herumärgern müssen. Es geht an den neuen Tivoli zu den Leptinotarsa decemlineat, also den „Kartoffelkäfern" von Alemannia Aachen.
Die Jüngeren erinnern sich (hoffentlich) ohne fremde Hilfe, den Älteren unter Euch sei noch einmal das Hinspiel im Ostseestadion ins Gedächtnis gerufen, bei denen die Gäste kaum einen Stich sahen und wir es verpaßten, mehr als nur ein angesichts des sportlichen Verlaufs absurdes torloses Unentschieden herauszuholen.
Selten habe ich nach einem Spiel so ungläubig auf die Anzeigetafel geschaut, fassungslos ob des soeben Dargereichten. Auf das schon damals herbeigewünschte, überfällige Platzen des sprichwörtlichen Knotens warten wir im Grunde bis heute. Die Zeit ist reif, diesmal sind die Käfer fällig. In den kommenden Spielen gegen die direkte Konkurrenz wird eine Vorentscheidung fallen, wohin die Reise geht.
Wie sieht nun eine siegbringende Taktik gegen diese Spezies aus? Wikipedia weiß: „In Europa hatte der Kartoffelkäfer keine natürlichen Fressfeinde. Man versucht daher, der Käferplage durch Chemikalien und eine gezielte Infektion der Käfer mit bestimmten Bakterienstämmen Herr zu werden." Mir kommt diese Herangehensweise in der praktischen Umsetzung etwas zu umständlich daher. Vielleicht tut es auch ein Freddy Borg. Das, was man bisher von ihm sehen durfte, läßt aufhorchen. Sicher bin ich mit dem Gefühl, daß uns genau so ein Spielertyp gefehlt hat und er das Potential besitzt, die Mannschaft deutlich voranzubringen, nicht allein.
Bei allem Optimismus ist aber auch Vorsicht geboten; der TSV ist seit sechs Spieltagen ohne Niederlage und hat die Abstiegsplätze hinter sich gelassen, wenn das angesammelte Polster bislang auch überschaubar ist. Dies ist eines der ominösen sechs-Punkte-Spiele, in denen alles passieren kann. Gerade in Aachen haben wir dahingehend ja schon bittere Erfahrung gesammelt. Einen Selbstläufer wird es heute nicht geben.
Was es dafür ganz sicher geben wird, und was mir seit Tagen schon die Halsschlagader auf den Durchmesser eines normgerechten Gartenschlauchs anschwellen läßt, sind debile, auf Teufel komm raus fröhliche „Jecken" in unerträglich stilwidrigen Kostümen (die allerdings in Einzelfällen der regulären sonntäglichen Kleiderordnung entsprechen). Kalendarisch verschriebener Frohsinn ist eine fürchterliche Unsitte, die sich mir nie hinreichend erschlossen hat. Da kann man nur darauf hoffen, daß wir echtes Mecklenburger Wetter mit an die belgische Grenze bringen, um den Aachenern den Spaß auf allen Ebenen zu verderben. Vielleicht ist das ja sogar im Sinne des örtlichen Presseorgans, das ansonsten beim Zusammentreffen klebriger Süßwaren mit hanseatischer Braukunst die Apokalypse fürchtet. Zumal – man stelle sich das mal vor! – 18 von 22 Buslinien umgeleitet werden müssen. Das Leben ist mitunter eben hart und ungerecht.
Auf nach Aachen! Laßt uns den Aschermittwoch ein wenig vorziehen und den Karnevalisten zeigen, wie man feiert – und vor Allem, was. Auswärtssieg! Tätä, tätä...
HANSA!
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