Start Profimannschaft Ein Schritt in die richtige Richtung

Ein Server für hansa::fans.de

    Donate using PayPal
    Amount:
    Ein Schritt in die richtige Richtung PDF Drucken E-Mail
    Geschrieben von: Søren   
    Montag, den 13. Februar 2012 um 15:33 Uhr

    msvduisburg.jpg - 2.73 KbIrgendwie hatte ich gar keinen Bock auf Fußball im Ostseestadion, da zuviel um, als auch auf dem Platz vorgefallen ist, dass mir meine Lust auf den FC Hansa reichlich verdorben hat. Das Geisterspiel gegen Dresden und die Sperrung der Südtribüne kann man wohl als Tiefpunkt der fantechnischen Entwicklung beim FC Hansa Rostock bezeichnen.

    Die Schuld hierfür bei eine der beiden Seiten (Fanszene und Verein) zu suchen ist genau so falsch wie das gegenseitige Schuld zuschieben. Fehler wurden (meiner Meinung nach unstrittig) von beiden Seiten begangen. Einen Weg aus dieser Sackgasse zu finden, scheint schwierig, ist aber hoffentlich noch machbar. Der Status quo kann einfach nicht das Ende dieser Entwicklung sein.

    Das Geisterspiel gegen Dresden war die logische Konsequenz dessen, was uns der DFB schon seit einigen Jahren androht. Irgendwann musste es ja mal soweit sein. Auch der Zeitpunkt war schlüssig, da man ja kurz vorher die Dynamos aus dem DFB Pokal 2012/13 ausgeschlossen hat. Warum aber andere Vereine mit ähnlichen Verfehlungen (Duisburg, Nürnberg) derart milde bestraft werden, wissen wohl nur die DFB-Bonzen selbst. Auch Hoffenheim (Schall-Attacke) und St. Pauli (Kassenrolle) kommen wohl sogar ohne blaues Auge davon. Ich will damit nicht Strafen für die Vereine fordern, die unterschiedliche Bewertung der „Vergehen“ fällt aber trotzdem auf.

    Auch das Ende der HTT hat sich, wenn man durch die Vereinsbrille sieht, mehr als angedeutet. Das mag für Spiele wie gegen Duisburg oder Ingolstadt auf Grund der niedrigen Zuschauerzahlen zu verschmerzen sein. Was aber, wenn Frankfurt oder Aue kommen? Was ist, wenn es im letzten Spiel gegen Fürth noch um alles geht? Will man dann wirklich auf 5000 zahlende Kunden verzichten? Kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Spätestens dann wird sich der Verein erklären müssen. Und inwieweit die beiden „Pole“, Polizei und Politik in diese Entscheidungsfindung mit eingebunden sind, wird man dann wohl auch erfahren.

    An Fußball (also der, der auf dem Platz gespielt wird) war auf Grund oben genannter Entwicklungen nicht zu denken. Und doch war es am Sonntag wieder soweit. Und auch wenn sich meine Vorfreude auf das Spiel in Grenzen hielt, wollte ich die Chance auf den zweiten Saisonsieg nicht verpassen. Also hieß es am Sonntagvormittag duschen, Zähne putzen, rein in die Winterklamotten und ab zur Trotze.

    Am Besucheraufkommen in diesem Etablissement konnte man bereits erahnen, wie der Zuschauerzuspruch im Ostseestadion ausfallen wird. Es waren mehr Bedienungen als Gäste da. Und der Trotzenburgindikator hat bis jetzt noch immer funktioniert.

    Zwei Helle und eine Currywurst mit Pommes später ging es dann in dem Glauben, schnell die Einlasskontrollen zu passieren, zum Stadion. Vor den Toren erwartete uns aber das gleiche Bild, wie eigentlich immer. Obwohl nur maximal 1000 Leute die Schleuse passieren mussten, zogen sich die Kontrollen ewig in die Länge. Es wurde nicht nur jeder cm des Körpers abgetastet, nein auch die Jacke musste man öffnen. Man kam sich echt vor wie ein Schwerverbrecher. Dass dann auch noch einige Dauerkartenbesitzer erst nicht rein durften (die Ordner waren anscheinend nicht darüber instruiert, dass DK-Besitzer aus den Blöcken 22-26 auch in 27/27a müssen) setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Hansa zeigt sich somit wieder von seiner besonders durchorganisierten Seite. Was die ganzen Kontrollen bringen, hat man dann ja im Duisburger Block gesehen. Beim nächsten Mal bitte auch noch Schuhe und Rektalbereich inspizieren!

    Im Stadion wurden dann die Befürchtungen hinsichtlich der Zuschauerzahl war. Nicht nur auf der Süd herrschte (erzwungene) gähnende Leere, auch der Rest des Stadions war nur spärlich gefüllt. Offiziell waren das 9200 Zuschauer, inoffiziell waren es wohl mindestens 2000 weniger. Erschreckend ja, überraschend nein. Dafür war es in 27/27 a schön kuschelig, jedoch nicht überfüllt. Struppi musste man dann trotzdem noch ertragen, seine gespielte gute Laune geht mir zurzeit mächtig auf dem Senkel. Als er dann noch was vom „großen Erfolg der Fananleihe“ faselte dachte ich schon, dass der Mann seine eigenen Nasenhaare raucht. Unsere Fananleihe kann er eigentlich nicht meinen.

    Egal, jetzt lag es an der Mannschaft, die Fans wieder zurück ins Stadion zu locken.

    Das ist rückblickend auch gelungen. Von der ersten Minute an war der Wille das Spiel zu gewinnen spürbar. Hansa drückte den MSV von Beginn an in die eigene Hälfte und erspielte sich über die quirligen Außen Jänicke und Jordanov (neben Mintal und Pannewitz der beste Mann auf dem Platz) zahlreiche Chancen. Der MSV fand während der Zeit gar nicht statt. Trotzdem musste man bis zur 30. Minute warten, ehe Mintal nach einem Freistoß den Ball über die Linie drosch. Die Führung war folgerichtig, der Ausgleich nur ein paar Minuten später völlig unnötig. Hansa gab sich jedoch nicht auf und drückte auf den erneuten Führungstreffer, den Jänicke nach einer Slapstickeinlage der Duisburger Abwehr Gott sei dank wieder besorgte. Doch wieder nur 4 Minuten später klingelte es erneut nach einer Ecke des MSV im Rostocker Kasten. Auffällig, dass wir so oft nach Ecken einen eingeschenkt bekommen. Vielleicht sollte man das im Training mal üben. Der MSV konnte sich über den 2-2 Halbzeitstand nicht beklagen.

    Hansa setzte aber glücklicherweise in der 2. Halbzeit nach und wäre fast durch Pannewitz’ Kopfball kurz nach der Pause wieder in Führung gegangen. So musste dann das Phantom kurze Zeit später ran und besorgte mit einem sehenswerten Seitfallzieher nach Freistoß von Perthel die erneute Führung.

    Auch danach blieb die Kogge am Ball und drückte auf die Vorentscheidung. Und dieses Mal blieb das Glück auch auf unserer Seite, als den Duisburgen ein Treffer zu Unrecht ab- und uns ein Elfmeter zu Unrecht zuerkannt wurde. Nach den Witzentscheidungen gegen uns in dieser Saison kann man wirklich mal von ausgleichender Gerechtigkeit sprechen, auch wenn das den Zebras nicht gefallen wird. Der neue Publikumsliebling Freddy „Andi“ Borg besorgte vom Punkt souverän den 4-2 Endstand.

    Hansa ist also wieder da, grüßt zwar trotzdem noch vom Tabellenende, hat aber wieder Kontakt zum Rest der Abstiegskandidaten. Die nächsten beiden Spiele gegen Aachen und Ingolstadt werden zeigen, wohin die Reise letztendlich geht.

    Neben dem Platz geht die Reise hoffentlich zu einem Dialog zwischen Verein und Fanszene. Stimmungsmäßig kann es nicht so bleiben, wie am Sonntag. Spielabhängiger Support ist zwar was feines, wenn aber der Gegner mit seinem monotonen Dauer-Ultra-Singsang, der an einen (defekten) Staubsauger erinnert, die ganze Zeit über lauter zu hören ist, und zu aller Schmach auch noch die Vereinshymne übertönt, dann läuft hier gehörig was falsch. Und die Schließung einer ganzen Tribüne ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Dann kann man sie auch gleich abreißen und so Betriebskosten sparen.

    Sportlich auf jeden Fall ein Lichtblick, alles andere ist mehr als ausbaufähig. Bitte nachlegen, auf und neben dem Platz!

    mehr
     
    Copyright © 2012 hansa::fans.de. Alle Rechte vorbehalten.
    Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.