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Das erste Mal, aber niemand ist aufgeregt. Eher frustriert, wütend und niedergeschlagen. Zum ersten Mal bleibt die Südtribüne des Ostseestadions heute leer.
Über den Sinn dieser Aktion ließe sich sicher streiten, wenn es jemanden gäbe, der den Sinn dieser Aktion plausibel darlegen könnte. Aber muss man bei Entscheidungen des F.C. Hansa noch nach einem Sinn fragen? Der Vorstand weckt regelmäßig den Eindruck, nur irgendwas zu entscheiden, um irgendwas gemacht zu haben. Aktionismus pur, ohne nach einem Sinn, einem gewünschten Effekt oder auch eventuellen Nebeneffekten zu fragen.
Der Verein verzichtet nun also auf einen weiteren Teil seines Stadions. Einnahmen braucht man ja sowieso nicht, dass große Teile des Stadions geschlossen bleiben, hat mittlerweile ja schon jahrelange Tradition. Immerhin behauptet man ja, dadurch Kosten für Ordner zu sparen. Nun gehören vereinseigene Ordner im Allgemeinen und bei Hansa im Speziellen ja nun bekanntermaßen zu den Top-Verdienern in Deutschland, weshalb selbst ein Michael Schumacher aus rein finanziellen Gründen einmal als Ordner beim 1. FC Köln anheuerte. Da tut es gut, wenn man weiß, dass die Ordner umsonst arbeiten, die jetzt aufpassen, das kein gewaltbereiter 70jähriger Alt-Hooligan die A-Blöcke der Osttribüne betritt.
Natürlich werden jetzt sofort alle hirnamputierten Leuchtkugel-Besitzer der Südtribüne total friedlich und gründen Selbsthilfegruppen, wenn sie in 27/27A stehen müssen. Insofern ist die Aktion absolut nachvollziehbar, scheiss auf die entgangenen Einnahmen, scheiß auf den weiteren Abbau des Heimvorteils.
Das Privileg der Denkbefreiung hat der Vorstand aber nicht exklusiv. Glaubt man den verschiedenen Berichten aus Fansicht, hat Bochum wieder gezeigt, dass auch auf Fanseite selten über den eigenen Gürteltaschenrand hinaus gedacht wird. Und so wird es immer wieder dämliche Aktionen vor allem bei Auswärtsspielen geben, die weitere Restriktionen zur Folge haben werden. Es scheint ein richtiger Wettbewerb zu werden zwischen Vorstand und gewissen Fankreisen, wer die dümmeren Entscheidungen trifft. Da wirkt der Herr Innenminister mit seinen abstrusen Ideen wie jemand, der unbedingt mitspielen will. Eigentlich warten auch alle nur auf die Pressekonferenz, in der Herr Hofmann verkündet, dass der Herr Innenminister nun alles mal bei Hansa ausprobieren darf. Taser, Gesichts- ach was: Nacktscanner, Landestrojaner auf allen Lesern von hansafans.de, suptras.de und anderen bösen Seiten und ihm fällt bestimmt noch mehr ein. Spätestens in der Sommerpause.
Achso, nebenbei gibts auch noch Fussball und eigentlich braucht die Mannschaft Unterstützung. Solange aber die Ansetzung Vorstand gegen Fanszene lautet und es fast wöchentlich Wiederholungsspiele gibt, wird es keine volle Unterstützung im Abstiegskampf geben. Schade eigentlich, denn ein lautes Stadion würde schon den einen oder anderen Punkt bringen. Wenn aber eine ganze Tribüne leer bleibt, wie soll es da laut werden? Egal, Hauptsache der Vorstand hat irgendwas entschieden.
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