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Vielleicht hätte ich diese kleine Vorschau gestern schon zu „Papier“ bringen sollen. Nach den Entwicklungen des heutigen Donnerstags fällt es dem Einen oder Anderen schwer, sich auf den Sport zu konzentrieren. Und dabei ist das doch, trotz der hinsichtlich der Südtribüne beschlossenen Maßnahmen und vor Allem den vom Verband angedachten Sanktionen, unser dringlichstes Problem. Wir sind Tabellenvorletzter, und das vollauf verdient. Selbst mit einem Sieg käme man zum Abschluß der Halbserie auf lausige 14 Zähler.
Im Regelfall ist es bei mir so, daß ich nach einer Klatsche wie der gegen die Eisernen letzte Woche bis Dienstagmittag bedient bin. Dann erwachen allmählich die Lebens- und Kampfgeister. Am Mittwoch habe ich mich aufgerappelt, spätestens Freitag ist ein Sieg keine Frage mehr. Doch nach dem letzten Spiel ist dieser Ablauf irgendwo Dienstag nacht ins Stocken geraten. Ich habe auch anderthalb Tage vor der Partie noch keine Ahnung, wie man dort etwas Zählbares holen will. Knüpft man an den letzten Spieltag an, wird es eine böse Packung geben. Ohne Schleife.
Für uns gilt es also, die hanseatischen Tugenden wieder zum Leben zu erwecken und bis auf die Gräten zu kämpfen. Wir müssen zeigen, daß wir noch da sind. Das Spiel gegen St. Pauli muß, was den Einsatz und die Leidenschaft der Mannschaft angeht, der Gradmesser sein. Möglichst zu elft. Nur so besteht die kleine Möglichkeit, nicht vielleicht doch einen unverdienten, doppelt abgefälschten Einwurf in der Nachspielzeit zum Sieg zu verwerten.
Es geht nicht darum, sich von den Geschehnissen abseits des Platzes abzulenken, sondern sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren - Fußball. Es geht um alles. Es geht um Hansa! Der Gemeinschaftsgeist ist das, was uns letztes Jahr zum Aufstieg geführt hat, und nur mit diesem Geist überstehen wir diese Situation. Das sollten sich die Beteiligten auf allen Ebenen immer wieder ins Gedächtnis rufen.
Ein kurzes Wort zum Gastgeber. Die Färdder gehören für mich zu den sympathischsten Vereinen im Unterhaus und machen seit Jahren relativ still und unaufgeregt genau das, wovon Hoffenheim öffentlichkeitswirksam schwadroniert. Eigene Jungs ausbilden, an den Profifußball heranführen und damit eine mehr als ordentliche Rolle spielen. Die Kleeblätter legen gewohnheitshalber eine wunderbare Hinrunde aufs Parkett, und ich persönlich wünsche ihnen, daß es am Ende nicht nur zu einer durchwachsenen Rückserie und dem fast schon traditionellen 5. Platz reicht. Mit dem Sammeln der dafür nötigen Punkte dürfen sie gern am ersten Rückrundenspieltag weitermachen. Und überhaupt: Wer immer oben steht, ist zu feige für den Abstiegskampf!
Nun behaupte noch jemand, das Schreiben hätte keine therapeutische Wirkung. Man sieht sich im Ronhof.
HANSA!
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