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Am gestrigen Sonntag stand nun die Probe aufs Exempel für die personalisierten Eintrittskarten in auswärtigen Gefilden an. Bei eisigen Temperaturen kamen so um die 2500 Hanseaten in den Gästeblock und angrenzende Bereiche oder versuchten es zumindest. Wie nämlich manch eine Journallie verkündet, gab es zuvor "Auschreitungen". Aber von vorn.
Um die Mittagszeit und schon weit vorher sammelten sich die ersten Hansafans am Bochumer Hauptbahnhof. Was anderes blieb ihnen schließlich nicht übrig, denn eine Armada an Polizeikräften riegelte und regelte alles ab. An einen entspannten Fußweg zum Ruhrstadion war also schonmal nicht zu denken.
Als schließlich der Sonderzug ankam, durften alle Durchgefrorenen im Gänsemarsch ähhh Viehtrieb via Kessel Richtung Gästeblock. Schon hier sorgten die sogenannten Sicherheitskräfte mit ständigen Stopps für eine unangenehme und gespannte Situation.
Angekommen am Stadion hieß es abermals warten, denn die Einlasssituation ließ nur wenig Ordnung zu und auch der Anpfiff rückte immer näher. In der Folge gab es ein derartiges Gedränge, dass manche Personen ärztlich behandelt werden mussten. Aber nicht nur auf Druck der Massen kam es zu Verletzten, auch die Polizei tat das Ihrige dazu. Wie bereits auf dem Weg vom Bahnhof zum Stadion wurde massiv Pfefferspray gegen jeden eingesetzt, der den Beamten irgendwie nicht passte. Mit diesen Chemiewaffen konnte die ZIS-Statistik also weiter vorangetrieben werden. Die Polizeigewerkschafter wirds freuen.
Und statt nun so langsam mal zu Potte zu kommen, ging es trotz nahendem Anpfiff noch immer nicht voran mit der Ticketkontrolle. Ergo ergriffen angereiste Fans die Initiative und nutzten ein offenes Tor, um den Vertragsvereinbarungen mit dem VfL Bochum, das Spiel sehen zu können, Geltung zu verschaffen. Glückwunsch an die Erfolgreichen. Für viele weitere hieß es noch immer warten, obwohl so recht auch nur die Tickets, aber die Besucher nur mäßig kontrolliert wurden.
Im Stadion galt dann weitestgehend Ruhe. Zwar konnnte trotz fehlender Koordination immer mal wieder gezeigt werden, dass wir Hansafans auch so ordentlich stimmgewaltig sind, doch Kontinuität kam nicht herein und auch die Equipe auf dem Rasen tat vor allem im ersten Durchgang ihr Übriges. Im weiteren Verlauf geschah nicht mehr viel. Nach dem Kick muss man der Polizei eine ganz und gar missratene Fantrennung attestieren und eines wurde mehr als deutlich: die Personalisierung der Tickets hat ganz und gar nichts gebracht. Weder hätten sich dadurch effektiv Gewalttäter abhalten lassen können, noch bedeuteten sie insgesamt eine Stabilisierung oder Kontrolle der friedlichen Anhängerschaft, weil in der Regel problemlos auf andere Stadion-Sektoren ausgewichen werden kann.
Vielmehr zeigt sich darin eine Datensammelwut, weil man die Gründe von Auschreitungen und deviantem Verhalten nicht (er-)kennt oder es vielleicht auch gar nicht will. Pädagogisch bedeutet das für den FCH nicht nur ein deutliches Fail, sondern auch, dass einer Konfliktsituation mit der eigenen Fanbasis weder entgegengearbeitet wird, noch diese Gefahr erkannt wird. Sehen wir wie es weiter geht. Im Moment gibt alles viel mehr Anlass zum Frust schieben.
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