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    Geschrieben von: Duxx   
    Montag, den 20. November 2006 um 01:00 Uhr

    Bericht Aalborg BK (Hopp)

    Es war lange versprochen und nun sollte es endlich soweit sein, ein Besuch bei Rade in Aalborg und welcher Termin bot sich da besser an, als das Spiel Aalborg gegen den FC Kopenhagen oder wie wir es nannten, Rade gegen Markus.

    Die Vorfreude wuchs seid Wochen, doch am letzten Wochenende hieß es dann: "Mist, Rade ist gesperrt! Hat seine 4. Gelbe kassiert!" Aber was solls, wir fahren trotzdem. Wenn Rade nicht spielt, kann er wenigstens einen mit uns heben und dies wollten sich ausser mir noch 12 weitere Hanseaten nicht entgehen lassen.
    So ging es dann am frühen Sonntag auf gen Dänemark.
    Die kurzweilige Fahrt wurde sich mit allerlei Dummschnack recht angenehm gestaltet und so trafen wir dann um 14 Uhr in Aalborg ein und niemand geringeres als Rade Prica selbst spielte für uns den Parkeinweiser.
    Anschliessend zeigte uns Rade ein kleines nettes Kneipenviertel in Aalborg und wir zogen auch gleich in seine Stammkneipe, in welcher er und das Team von Aalborg BK des regelmäßig ihre Siege feiern.
    Dort lud Rade dann ein, um bei leckerem Dänischen Bier und bei echten hanseatischen Koggen-Sandwiches über Fussball zu fachsimpeln und es wurde die eine oder andere Anekdote aus dem Fussballer-/Fanleben erzählt oder einfach nur über Gott und die Welt geschnackt. Rade verriet uns viel über sein Leben und Job als Fussballer im Dienste Aalborgs. So erfuhren wir u.a. dass man in Dänemark für eine gelbe Karte Punkte bekommt, angefangen bei 4 für leichte Vergehen und 6 Punkten für gröbere Verstöße und bei z.B. 3 gelben Karten und einmal bei Rot über die Ampel hat man dann seine 15 Punkte und ist ein Spiel gesperrt. Das sich Rade seine 4. Gelbe lediglich abgeholt hat um in Ruhe mit uns den Tag zu verbringen ist natürlich nur ein unbestätigtes Gerücht! An diesem fand Rade natürlich ebenso Spaß wie an unserer geplanten Entführung seiner Person zurück in die weiss-blaue Heimat. Es war toll Rade einfach mal als Menschen und nicht als Fussballer zu erleben und schnell wurde klar, der tickt auch nicht viel anders als wir. Natürlich wurde auch nachgefragt, was es mit den unglücklichen Aussagen über Hansa, aus seinem ersten Interview nach dem Wechsel, auf sich hat und er erklärte klipp und klar, dass er die Dinge so nicht gesagt hat. Seine Äusserungen bezogen sich lediglich auf den ersten Trainer den er in Rostock hatte und einen Sportlehrer, aber niemals gegen den Verein. Dies konkretisierte er noch: "Wenn du als Ausländer nach Deutschland kommst, dann gibt es keinen besseren Verein als Hansa! Egal was du auch für ein Problem hast, du kannst dich immer an den Verein wenden und die helfen wo sie können. Das ist wie in einer grossen Familie bei Hansa!" Rade kam nur schwer aus dem Schwärmen über Hansa heraus, auch die Hansa Montagsspiele sind ein Pflichttermin für ihn. Er erzählte auch viel über seinen neuen Verein und vor allem auch warum er sich für einen Wechsel entschieden hat. Interessant waren auch die Berichte über das Team von Aalborg und das Training, besonders das ausgiebige Krafttraining in Aalborg soll nicht von schlechten Eltern sein, dieses sollte auch später noch von immenser Wichtigkeit sein!

    Nach einigen netten Stunden machten wir uns dann gemeinsam mit Rade auf den Weg Richtung Stadion und wahrscheinlich ist es nur in Dänemark möglich mit dem Fussballer der Lokalmannschaft in Ruhe ein Bier zu trinken und durch die Stadt zu spazieren.
    Im Stadion angelangt, nahmen wir dann unsere Plätze neben weiteren 11.000 Zuschauern ein und uns wurde dann beim Aufhängen der Banner klar, wenn man in Dänemark nicht fragt, ist es erlaubt, fragt man als braver Gast, ist es verboten.

    Zum Anpfiff präsentierten sich Fan- und Gästekurve imposant und mit dem Anpfiff ging das Spiel auch gleich munter los. Kopenhagen machte mächtig Druck und wir sahen endlich wieder mal Markus Allbäck spielen, welcher auch die ein oder andere gute Szene hatte.
    Durch ein frühes 1:0 der Kopenhagener wurde dann das hohe Tempo und die Bissigkeit aus dem Spiel genommen und der Vorsprung in die Pause hinein verwaltet. In der Halbzeitpause wusste das Maskottchen der Aalborger, ein Bär, im Tor zu überzeugen und wir stellten uns die Frage ob es mit dem Bären als Torhüter nicht immer noch 0:0 stehen würde.
    In der zweiten Halbzeit fand Aalborg dann wieder zurück ins Spiel und trumpfte immer mehr gegen zusehens schwächer werdende Kopenhagener auf. Besonders beeindruckend war der rechte Flügel der Aalborger, doch der Ausgleich wollte einfach nicht gelingen. Statt dessen wurden zahlreiche Chancen vergeben, dass kennen wir doch irgendwo her... ;-)
    Somit verabschiedete sich Aalborg zu Hause mit einer Niederlage bei ihren Fans für diese Saison und Kopenhagen machte durch den Sieg die Titelverteidigung praktisch perfekt.
    Viel Spaß bereitete auch die Aalborger Fankurve, welche das gesamte Spiel über duchsang ungeachtet des Spielstands. So muss das sein!

    Nach dem Spiel wurde Rade dann noch sein persönliches Hansatrikot der aktuellen Saison überreicht, oder wie wir es nannten, die Rückverpflichtung perfekt gemacht. Wer jetzt Rade verpflichten möchte soll sich bitte an uns Hansafans wenden, wir werden dann ihr Gebot freundlichst ablehnen. Rade verabschiedete uns dann mit den Worten: "Ihr müsst aber versprechen noch mal wiederzukommen, damit ihr mich auch noch mal Spielen seht!" und wir schickten ihn anschliessend mit 2 Kisten Rostocker auf den Heimweg - ein Glück macht er hier gutes Krafttraining!
    Um jedoch nicht Schuld an einer möglichen Verletzung Pricas zu sein und seinen Einsatz fürs letzte Saisonspiel nicht zu gefährden, packte ich mit an. Man war die Kiste schwer, bzw. der Weg zum Auto weit. Aber ich kann mir ja vor Rade keine Blöße geben und jammern. Vielleicht sollte ich auch mal wieder mit Sport anfangen. Zu meiner Erleichterung war es dann Rade der sagte: "Die Kiste Bier ist ja doch ganz schön schwer auf Dauer!"

    Mit vielen Erlebnissen und Eindrücken im Gepäck machten wir uns dann auf den Heimweg und ließen den Tag nochmals Revue passieren und was für mich persönlich bleibt ist der Wunsch, dass auch der letzte Kritiker irgendwann mal realisiert, dass wir mit Rade nicht nur einen großartigen Fussballer verloren haben, sondern auch einen klasse Typen mit dem Herz am rechten Fleck, vor dem ich ganz tief meinen Hut ziehe!
    Danke Rade... und was immer auch kommt, trage die Kogge im Herzen!

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    Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 22. Juli 2011 um 23:21 Uhr
     
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