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Hopping Indien (Hopp)
8% Wirtschaftswachstum, zweitgrößte Einwohnerzahl, Atommacht, in Bombay mehr Millionäre als in ganz Deutschland, in Bombay allein 10 Mio. Obdachlose bzw. Bewohner von Slums. Indien ist das Land der Superlative. Über eine Milliarde Menschen können einfach nicht irren, dass sie sich ausgerechnet dieses Land ausgesucht haben, um ihr Erdendasein zu verbringen. Meistens sind solche großen Länder ja auch im Sport recht erfolgreich. Das war schon damals so, als alle Supermächte im Sport noch ein U als Anfangsbuchstaben hatten: USA, UdSSR und Unsere DDR. Das ist heute nicht mehr so, weil 2 der 3 Länder nicht mehr existieren. Insofern wurde die Beschränkung von Sport-Supermächten auf Länder mit einem U am Anfang wieder aufgehoben. Schade eigentlich für Uganda, die waren wirklich auf einem guten Weg.
Jetzt sind nur noch die großen Länder erfolgreich im Sport. Da darf natürlich auch Indien nicht fehlen. Gerade noch mal Glück gehabt, dass sie ihr Land auf dem Weg an die Weltspitze nicht in Undien umbenennen mussten. Wenn nach dem Erfolg Brasiliens im Fußball geforscht wird, tritt immer neben der Größe des Landes auch die Armut als Erklärungsmodell auf. Die Jungs in den Slums sind hungrig, nach Essen, Geld, Erfolg, Anerkennung, und in dem fußballverrückten Land kann man all dies am besten erreichen, indem man ein guter Fußballer wird. In Indien gibt es auch Slums, mehr als im Rest der Welt, aber der Engländer hatte damals Angst, dass sie sich mit den Indern nicht nur Mahatma Gandhi aufhalsen, sondern auch noch einen ernstzunehmenden Gegner im Fußball. Deshalb hat man dem Inder lieber Cricket- und Hockeyschläger in die Hand gedrückt. Diese beiden Sportarten waren in England eh nur für die Elite gedacht, dat würde der Inder sowieso nicht begreifen. Tja, Pech gehabt, im Cricket ist Indien nun mal heute eindeutig besser als England, und auch im Hockey haben sie sich nicht so schlecht angestellt. Allerdings sind die ganz ruhmreichen Zeiten in beiden Sportarten auch schon wieder vorbei. Im Cricket hat Australien und im Hockey Deutschland den Indern ihren Zauber genommen.
Wat nun?
Da war doch was. Genau, Fußball! Während noch bis vor ein paar Jahren, wo es nur in jedem 5. Dorf Indiens einen Fernseher gab, Fußball für Inder ein Fremdwort war (wenn man mal von den beiden Hochburgen Goa und Kalkutta absieht), fiebern heute die Massen vor den Fernsehern mit ihren Hunderten Kabelkanälen Fußballspielen entgegen, wenn auch nicht gerade den Spielen der indischen Liga, aber so ist doch die Liga der ehemaligen Kolonialherren hier sehr präsent. Fast jedes Spiel der englischen Liga wird live übertragen. So sind sie die Briten! Damals, als es kein Geld zu verdienen gab, haben sie den Indern Fußball vorenthalten. Heute spielen sie sogar am Vormittag, damit man auch in jedem Slum Indiens die Spiele verfolgen kann und vom hart erarbeiteten Geld sich ein Trikot kauft. Und auch diesmal haben sie wieder alles falsch gemacht. Die Trikots werden nicht von ManU gekauft, sondern von Manu (so heißt der Verkäufer der gefälschten Trikots an der Ecke). Na ja, wenigstens die Fernsehgelder fließen.
Auch die WM war in Indien ein Superhit. In meinem Büro haben alle, selbst die, die sich nicht mal für Cricket interessieren, die Fußball-WM verfolgt. Irgendwie war die Hysterie schon interessant. In einem Nachrichtensender hieß eine Sendung während der WM
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